Missbrauchsbeziehung

Ich versuche euch hier ein einfaches und effektives Kochrezept für eine klassische Missbrauchsbeziehung an die Hand zu geben.

ALS ZUTATEN BENÖTIGT MAN:

  • einen unreflektierten, hochfunktionalen Gestörten: Man benötigt einen Gestörten, der im Alltag und oberflächlichen Beziehungen ganz gut funktioniert. Ganz wichtig: Der unreflektierte Gestörte merkt vielleicht, dass etwas mit ihm nicht stimmt, aber alle Schuld dafür sucht er im Außen. Genauso wie er die Erfüllung seiner nimmersatten Bedürfnisse im Außen sucht. Ein solch unflektierter Gestörter ist hochtoxisch und kann für die geistige und körperliche Gesundheit seines Partners eine ernsthafte Gefahr darstellen.
  • einen empathischen Angehörigen (=geistig gesunder Partner): Im Gegensatz zur oft verbreiteten Meinung sind die meisten Angehörigen keine Menschen mit schwachem Selbstvertrauen, einer möglichen dependenten Persönlichkeitsstörung, Co-Abhängigkeit oder masochistischen Tendenzen. Oftmals haben sie einfach nur das Pech gehabt, an einen hochfunktionalen, gestörten Meistermanipulatoren geraten zu sein. Eine solche Beziehung ist mit einem ungeheuren Stress verbunden und die meisten sind ausschließlich in dieser Beziehung schwach und klammerig. Was viele Angehörige verbindet, ist eine erhöhte Leidensfähigkeit, Selbstreflexion, Sensibilität, Empathie und Rücksichtnahme. In normalen Beziehungen sind das allesamt wunderbare Eigenschaften, aber in einer Beziehung mit einem Gestörten verschlimmert es die Leiden des Angehörigen.

UND HIER DAS REZEPT FÜR EINE RUNDUM GELUNGENE MISSBRAUCHSBEZIEHUNG:

  1. Am Anfang der Beziehung: Idealisierung (Love Bombing)

    Zu Anfang der Beziehung wird der Gestörte den Angehörigen auf ein Podest stellen und vergöttern. Dies schafft der meisterhafte Manipulator, indem er den Partner effektiv spiegelt. Der Angehörige glaubt den perfekten Partner (Seelenverwandten) gefunden zu haben, denn der Gestörte wird nicht müde zu betonen, wie viele Gemeinsamkeiten zwischen den beiden existieren. Außerdem besitzt der Gestörte feinste Antennen und spürt die Andockstellen beim Angehörigen auf. Dementsprechende Komplimente wird der Gestörte in schöner Regelmäßigkeit abfeuern. Ist der Angehörige z.B. unsicher wegen seinem Aussehen, wird der Gestörte besonders viele Komplimente in diese Richtung verteilen. Der Gestörte spürt die Schwächen und wunden Punkte des Angehörigen in dieser Phase so effektiv auf wie ein Trüffelschwein den begehrten Pilz.
    Skeptische Angehörige bewahren selbst in dieser Phase ihren gesunden Menschenverstand und hegen leise Zweifel, denn es scheint alles zu schön um wahr zu sein.

  2. Suchtfaktor

    Besonders fies an diesem Love Bombing vom Gestörten: Der Angehörige bildet ein Suchtgedächntis aus. Selbst wenn der Angehörige leise Zweifel an der Glaubhaftigkeit hegt, so wurde er noch nie zuvor von einem Menschen derart vergöttert. Und auch wenn der Angehörige das als too much empfindet; er verfällt der Droge. Fortan entscheidet der Gestörte, wann und in welcher Dosis die Droge in Form weiterer Idealisierungen verteilt wird.

  3. Rollen spielen

    In der Regel lernen die zwei Partner in dieser wunderschönen Anfangszeit Freunde und Familie des jeweils anderen kennen. Der Angehörige bemerkt erste Merkwürdigkeiten, da der Gestörte in jedem Kreis eine andere Rolle einnimmt. In der Regel spielt er die für den jeweiligen Kreis passende Rolle. Z.B. die perfekte Schwiegertochter bei den Eltern und das lustige, kumpelhafte Mädchen bei den besten Freunden des Angehörigen. Sind die zwei alleine, kann man keine der Verhaltensweisen beim Gestörten wiederfinden. Der Angehörige verfolgt den Gedanken meist nicht weiter, um die schöne Anfangszeit weiterhin genießen zu können. Der Angehörige glaubt, dass er den Gestörten erst näher kennen lernen muss, um sein wahres Ich zu erkennen.

  4. Relativierung des Angehörigen als Person

    Sperriger Titel, aber ein effektives Werkzeug des Gestörten. Der Gestörte vergleicht den Angehörigen mit allen möglichen Menschen aus dem Dunstkreis des Gestörten. Gut geeignet hierfür sind z.B. Ex-Freunde, Freunde oder Verwandte. In der Idealisierungsphase betont der Gestörte wie viel besser der Angehörige im Vergleich ist. In der Abwertungsphase benutzt der Gestörte diese Vergleiche im negativen Sinne, um den Angehörigen seine Minderwertigkeit zu beweisen. Wunderschöner Nebeneffekt für den Gestörten: Der Angehörige sieht sich in ständiger Konkurrenz um die Gunst des Gestörten und merkt, dass es eigentlich nicht um ihn als Person geht. Für den Gestörten ist der Angehörige ein Objekt, dass sich nach seinen Wünschen zu verhalten hat. Verhält sich der Angehörige nicht konform, kann er jederzeit ausgetauscht werden. Dies wird dem Angehörigen von Anfang an auf subtile Art und Weise vermittelt.
    Sinn des Ganzen: Der Angehörige legt sich ordentlich ins Zeug, um nicht von der Konkurrenz abgehängt bzw. verdrängt zu werden.

  5. Macht und Kontrolle 

    Stört den Angehörigen etwas am Verhalten des Gestörten, so wird der Gestörte dem Angenhörige komplett Recht geben und sich entschuldigen für sein Fehlverhalten. Allerdings ändert der Gestörte nichts an seinem Verhalten. Alle Änderungsabsichten und Entschuldigungen des Gestörten dienen nur dazu den äußeren Frieden zu wahren, sind jedoch niemals ernst gemeint. Bei Fehlverhalten des Angehörigen sieht die Sachlage freilich anders aus. Hier werden sofortige Änderungen vom Gestörten gefordert und kein Fehltritt wird vergessen.

    Das effektivste Tool um Macht und Kontrolle zu erlangen, ist jedoch das beliebte Spiel aus Nähe und Distanz. Nach der traumhaften Anfangszeit entscheidet allein der Gestörte, wann es Zeit für Nähe und wann es Zeit für Distanz ist. Der aufmerksame Leser wird sich bereits denken können, dass der Angehörige mit Distanz und Liebesentzug bestraft wird, wenn dieser sich falsch verhält (z.B. die Frechheit besitzt, eigene Bedürfnisse anzumelden). Durch das ausgebildete Suchtgedächntis des Angehörigen durchlebt dieser in jeder Distanzierungsphase des Gestörten einen kalten Entzug und würde alles tun, um diese zu beenden. So nimmt der Angehörige liebend gerne die Schuld auf sich und gelobt Besserung. Die Sucht ist so stark, dass der Angehörige den Gestörten Schlacht um Schlacht gewinnen lässt.

    In der Idealisierungsphase hat der Gestörte außerdem die wunden Punkten und Schwächen des Angehörigen fein säuberlich erkannt. So lassen sich kleine Giftspitzen wunderbar platzieren und der Gestörte kann so langsam aber sicher die Oberhand in der Beziehung gewinnen.

  6. Manipulation

    Da der Gestörte nie reife Mittel zur Konfliktbewältigung gelernt hat und aufgrund seiner Persönlichkeitsstörung ein emotionales Kleinkind ist, kennt er nur ein Mittel, um ans Ziel zu gelangen: MANIPULATION
    Und da der Gestörte dies seit frühester Kindheit beherrscht wie kaum ein anderer, hat der Angehörige eigentlich keine Chance sich dagegen zu wehren. Hier mal 2 von gefühlt 1000 Manipulationstechniken des Gestörten:

    Strafen mit Schweigen: Spricht der Angehörige wiederholt Konflikte an, wird dieser mit Verweigerung der Kommunikation bestraft. Grausames, aber effektives Mittel um seinen Willen durchzusetzen und dem Angehörigen zu signalisieren, dass er es nicht wert ist, sich mit ihm zu befassen.

    Manipulation durch Schuldgefühle: Für den Gestörten ist Verzeihen ein Fremdwort. Warum auch verzeihen, wenn man den anderen mit seinen Schuld- und Schamgefühlen erpressen kann?! So werden die Fehler des Angehörigen vom Gestörten am Leben erhalten, ganz egal wie oft dieser sich entschuldigt hat. Der Angehörige hat aus gemachten Fehler oft sogar gelernt und wiederholt diese nicht. Ein solches Verhalten wirkt nur suspekt auf den Gestörten, denn dieser hat noch nie Verantwortung übernommen für sein Verhalten, geschweige denn aus irgendeinem Fehler je was gelernt (außer vielleicht noch effektivere Manipulationstechniken für die Zukunft).
    Wer an weiteren gängigen Manipulationstechniken interessiert ist, der klicke bitte HIER

  7. Destabilisierung

    Die traumhafte Anfangsphase ist vorbei, das Suchtgedächtnis beim Angehörigen ausgeprägt und dieser hofft immer noch, dass alles wieder so wird wie am Anfang. Und selbst wenn er merkt, dass etwas faul ist; der Angehörige würde alles tun, um wieder ansatzweise so idealisiert zu werden und wieder dieses Gefühl der Seelenverwandtschaft zu haben. Doch das wird leider nie mehr passieren. Zum Einen da diese Phase vom Gestörten künstlich erschaffen wurde und zum Anderen da der Angehörige bereits im Netz des Gestörten gefangen ist.

    Der Gestörte wähnt sich endgültig in Sicherheit, da er den Angehörigen jetzt unter Kontrolle hat und ihn nach Belieben manipulieren kann. Jetzt wird der Angehörige nach allen Regeln der Kunst destabilisiert. D.h. der Gestörte ändert jetzt häufiger seine Meinung als Politiker und wechselt seine Persönlichkeit häufiger als andere ihre Unterwäsche. Mal ist der Angehörige für den Gestörten der tollste Mensch der Welt und die Beziehung der Himmel auf Erden. Mal ist der Angehörige aber auch der schlimmste Mensch seit Adolf Hitler und die Beziehung so entspannt wie Urlaub auf Guantanamo. Narzissten greifen zur Destabilisierung auf einen Wechsel zwischen charmantem und abwertendem Verhalten. Der Borderliner spielt sein charakteristisches und allseits beliebtes Wechselspiel aus „Ich liebe dich“ – „Ich hasse dich“.

    Hochfunktionale Gestörte sind deshalb so gefährlich, da diese in hohem Maße alltagstauglich sind. Es scheint, als würden sie sich eine nahe Bezugsperson auswählen, die dann als seelischer Mülleimer dient. Das schlimme daran ist, dass nur diese auserkorene Person das wahre Wesen des Gestörten sieht. Aus dem Umfeld kommen dann meist nur Kommentare wie „Was ist denn mit dir?! Er oder sie ist doch gar nicht so!“ Das isoliert und destabilisiert den Angenhörige nur noch mehr und irgendwann zweifelt er an sich und seiner eigenen geistigen Gesundheit.

  8. Abwertung

    Der Gestörte merkt ja tief in seinem Inneren, dass er irgendwie nicht normal ist und hasst sich dafür insgeheim selbst. Und jetzt ist der Angehörige immer noch an seiner Seite. All die subtilen Beleidigungen, Abwertungen und eindeutigen Beleidigungen des Gestörten haben noch immer keine Wirkung gezeigt. Der Angehörige steht immer noch zum Gestörten, was dieser kaum glauben kann. Dem Angehörigen scheint also wirklich was am Gestörten zu liegen trotz der mehr als deutlichen Macken und Fehlfunktionen. Dies kommt dem Gestörten wie eine Kriegserklärung vor, denn in seiner Welt gibt es nur schwarz oder weiß. Dass alle Menschen grau sind, hat er noch nicht begriffen, da er ja emotional auf der Stufe eines Vierjährigen steht. Der Gestörte sieht sich jetzt bemächtigt den Angehörigen nach allen Regeln der Kunst fertigzumachen: einseitige Schuldzuweisungen, psychologische Folter, Quälen des Angehörigen, evtl. Gewaltanwendung,…

    Der Gestörte ist niemals Schuld und übernimmt keinerlei Verantwortung für sein Verhalten! Schuld an allem hat nur der Angehörige! Zumindest der Gestörte ist davon felsenfest überzeugt.

  9. Entsorgung

    Auch die Kriegserklärungen und brutalen Bombenabwürfe konnten den Angehörigen scheinbar nicht zerstören. Er ist immer noch da und manche Angehörige wehren sich sogar noch! Spätestens jetzt wird der Gestörte den Angehörigen wie Abfall entsorgen. Und zwar auf eine brutale und kalte Weise. Es folgt ein abruptes Ende ohne Chance auf Klärung für den Angehörigen. Aus dem einstmals seelenverwandten, zärtlichen Gestörten wurde peu à peu ein sadistisches Scheusal. Ein Schelm wer jetzt den Spruch zitiert „Man lernt den wahren Charakter eines Menschen nicht beim ersten, sondern dem letzten gemeinsamen Treffen kennen.“

    Der Angehörige steht vor einem Scherbenhaufen seines Lebens. War er früher ein relativ zufriedener und ausgeglichener Mensch, so kommt er sich jetzt verloren und schwach vor. Er fühlt sich missbraucht und verarscht vom Gestörten. War vielleicht alles nur eine Illusion, der Gestörte eine nicht ernst zunehmende Persönlichkeit und die ganze Beziehung fake?! LEIDER JA! Es war wirklich alles zu Anfang zu schön, um wahr zu sein. Denn das war es einfach alles: NICHT WAHR!
    Aber hier liegt eine riesen Chance für den Angehörigen, denn er kann heilen, wieder klar kommen und aus der ganzen Sache gestärkt hervorgehen.

    Der Gestörte speichert diesen Partner als Versager ab und hofft auf den nächsten weißen Ritter oder die nächste weiße Fee. Der nächste Partner wird den Gestörten garantiert aus seiner inneren Hölle erlösen und ihn glücklich machen; der Endsieg ist quasi zum Greifen nahe.
    Der Narzisst  findet endlich die eine selbstlose Dame, die ihn anhimmelt und die er nicht mehr fertig machen wird, um sich selbst zu erheben. Die Borderline-Prinzessin findet endlich den einen perfekten Prinzen. Der wird die Symbiose immer aufrecht erhalten, dauerhaft selbstlos sein wie eine liebende Mutter und sich immer perfekt verhalten. Diesen Prinzen wird sie nicht irgendwann hassen wie alle zuvor…Und wenn sie nicht gestorben sind, vergiften die Gestörten ihre Mitmenschen noch heute!

 

Hier gibt es das Buch zum Blog (lesbar mit amazon Kindle oder der kostenlosen Kindle App für Smartphone, Tablet, PC oder Mac)

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20 Gedanken zu “Missbrauchsbeziehung

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    • Ich bin so froh, über diese Seite, ich hock im Moment auch in einem ähnlichen Schlamassel und ich habe oben genannte Punkte alle druch. Es ist ein Wahnsinn…!!!

      3 Jahre war ich mit dieser Person befreundet und ich hatte leider noch nie diese enge, tiefe Frauenfreundschaft, von der man sagt, dass es sie gibt- heute weiß ich – es gibt diese Freundschaft auch nicht- für mich jedenfalls nicht.

      Aus tiefsten Herzen habe ich geliebt und während ich das schreibe, wird mir schon wieder bewusst wie krank das alles war- aber ich dachte wirklich sie wäre meine Seelenverwandte.
      gleiche Interessen, gleiche Hobbys, Kinder im selben Alter, Männer mit gleichen Interessen- bingo!

      Rückwirkend kann ich nach der Geschichte sagen, dass zu diesen sog. toxischen Persönlichkeiten immer ein Komplimentärpartner gehört. Defizite die sich mit deren Persönlichkeitsschema nach dem sog. „Schlüssel Schloß prinzip“ prima ergänzen.

      Meine Kindheit ist zum Großteil immer noch nicht ganz bei mir aufgearbeitet- und ich hatte immer schon Probleme mich von Personen die mich vereinnahmen abzugrenzen,- ich verwechsle vereinnahmen gerne mit Liebe und was Liebe ist- ich kenne bisher nur einen Menschen der mir das bedingungslos lehrte – mein Mann.
      Ich hätte gerne eine Freundin gehabt- um meiner selbst willen, doch was echte Freundschaft bedeutet…. Ich hatte noch nie diese echte, wahre, dicke- ganz tiefe Freundschaft….
      Freundschaft ja, aber immer mit einer gewissen Vorsicht, nie zuviel erzählen…. Ich behielt immer etwas zurück-
      …. und dann kam SIE….
      SIE tat mir von Anfang an unendlich leid, denn SIE war entweder krank, überarbeitet, hatte irgendein Problem mit ihrem Ehemann, der sie natürlich unglaublich schlecht behandelte –und dann war da noch die Sache mit ihrer ehemaligen besten Freundin „XY“ die SIE so unendlich vermisste, weil SIE ohne ein Wort der Erklärung den Kontakt mit ihr abgebrochen hatte.
      Meine neue Freundin hatte Probleme, …
      Probleme mit der Gesundheit…
      Probleme mit der ehemaligen besten Freundin….
      Probleme in der Arbeit, …und alles immer unter einem Wasserfall von Tränen und viel, viel Text.

      So dass ich dachte ich müsste sie unbedingt beschützen und für sie dasein. Aus beschützen wurde dann diese Nähe und aus Nähe wurde Vertrauen- … ich vertraute ihr ganz. Ich dachte, wenn einem ein Mensch so viel erzählt, dann könnte ich vertrauen-
      Sie revangierte sich mit Aufmerksamkeit und kleinen Geschenken. Wir unternahmen viel mit den Kindern und den Männern – es passte einfach alles total perfekt! (hier hätte eigentlich die Alamrglocke bereits läuten sollen….)

      Weil sie mit einer anderen Freundin im Urlaub war, die nur schlief, am Abend sehr früh schlafen ging und total langweilig rumhängte war sie total enttäuscht und beschwerte sich bei mir – das Wetter war schlecht, die Freundin langweilig bla bla bla …..und irgendwann fragte sie ob wir nicht gemeinsam in Urlaub fahren können. – Wir fuhren dann auch noch gemeinsam in den Urlaub und es war total mega.

      Als sie sich das erste Mal von unserer Freundschaft distanzierte, war ich total perplex und stellte sie zur Rede. Sie meine der Grund wären die Eheprobleme und sie wolle mich damit nicht ewig belasten und deshalb ziehe sie sich zurück. Es war schlimm, denn ich hatte das Gefühl, wenn die beiden das nicht hinbekommen, dann wäre ich Schuld!!!!- und habe mich dann dementsprechend reingehängt.
      Als ihr Mann dann irgendwann bei uns saß, weil SIE ihn als er eine Woche auf Dienstreise war mit einem anderen Kerl beschissen hatte-… hat SIE den Kontakt zu mir das erste Mal (per Whats up Nachricht) abgebrochen. Es gab nur ein kurzes „Danke für deine Freundschaft“ und gut war’s. Ich fuhr noch in der selben Nacht zu ihr rüber um mir dann die Nacht um die Ohren zu hauen ….….ja ich war total am Boden- es ging überhaupt nicht mehr um ihr Fehlverhalten, ihr Mann war ebenfalls total verletzt, … und sie….sie teilte großspurig mit, sie wolle ihre Koffer packen und abhauen. Die Kinder im Stich lassen,ihr Mann wäre ihr egal, solle er doch sehen wo er ohne sie bleibt usw. ….. ich hatte die totale Panik …Verlustängste total als ehemaliges Scheidungskind drückte sie hier die Knöpfe meiner Kindheitstraumats und ich funktionierte.
      Mir taten die Kinder leid, mir tat ihr Mann leid und am Ende immer wieder SIE selbst.- ein Drama- und bereits hier war ich schon so weit weg von einer gesunden Frauenfreundschaft….
      Als diese Episode vorbei war, reihten sich unzählige Krankheiten aneinander, nebenbei verstarb die Mutter meines Mannes und dennoch versuchte ich für SIE dazu sein. Am Tag als meine Schwiegermutter verstarb saß SIE rauchend auf meiner Veranda und heulte mir vor, sie hätte Brustkrebs. Ich war für sie da, hörte es mir an….. (aber schon hier hatte ich das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen….und dass ich eigentlich rennen sollte, weit weg, so weit ich nur konnte!)….und natürlich war wieder mal alles blinder Alarm….

      Ich traute mich schon lange nicht mehr sie einfach stehen zu lassen, denn nebenbei half uns immer wieder ihr Mann bei den Bauarbeiten im Haus, am Haus usw. die Kinder waren inzwischen gut befreundet….die Männer fuhren gemeinsam ins Training und jeder kam klar, war doch alles nicht so schlimm und ich hatte den Film, l..
      Ich konnte mich schon lange nicht mehr abgrenzen und wollte weniger Kontakt. Doch wenn ich zickte, klopfte sie meinen Freundeskreis oder meine Familie ab usw. Ich hatte nicht die Zeit mich überall zu rechtfertigen und zu erklären….
      SIE musste alles haben was ich auch hatte, es fing an mit dem Nähen an(die Maschinen usw.), es ging weiter mit unserem Klavierlehrer, bis hin zu meinen Freunden, meiner Familie, meinen blauen VW Bus, …..
      Meine Freunde haben sie abblitzen lassen, alles andere hat sie nun- …. Mein Klavierlehrer unterrichtet nun auch ihre Kinder, sie fährt ebenso einen blauen VW Bus wie ich! und mein Bruder kann überhaupt nicht verstehen warum ich denn die „arme SIE“ stehen hab lassen. Die ist tooooootal fertig und leidet-
      und ich soll doch nochmal mit ihr reden usw. usf.
      Sie verstand es auch in ihrer sehr „liebevollen, emotionalen“ Art immer etwas bei mir zu lassen. Hausschuhe wurden bei mir hinterlegt. Bücher wurden dagelassen… es wurden Verbindlichkeiten geschaffen- wo ich immer das Gefühl hatte – „das muss ich aber noch rüberbringen, hinfahren, ….oder das geb ich ihr beim nächsten Mal mit dann…. Usw. So füllte sie meine! Tiefkühltruhe mit Essen das wir dann zusammen (bei Ihr!) aßen- …war alles normal….
      Sie wollte Kontakt zu meiner Mutter, meinem Bruder, meinen Freunden – komisch , ich hatte nie Dates mit ihrer Mutter, oder ihrer Tante …. … aber SIE mit ihrer netten und emphatischen Art, ….
      .
      – alles schön unter dem Deckmäntelchen der Freundschaft….
      3 Jahre spiele ich das spiel mit- ein Spießrutenlauf. Unser letzter Urlaub war dann der Gipfel…. wir fuhren wieder wie das Jahr zuvor – gleicher Ort, gleiche Finka. Das Jahr zuvor hatten wir dort Fun ohne Ende, das Jahr darauf war die Dame nur am schlafen und ging bereits vor 22.00 Uhr ins Bett. Sie wollte lesen, brauchte Zeit für sich und für den Mittagsschlaf von 13.00 bis 17.00 Uhr. Am vormittag war SIE kaum anwesend. Als ich dann mal meinte warum sie denn so viel schläft, (letztes Jahr hat sie sich beschwert ohne Ende über ihr ehemalige Freundin die nur geschlafen hat ! ) ist sie fast in Ohnmacht gefallen, denn schließlich hat sie Urlaub und sie wolle entspannen…. !!
      Die neueste Tour ist die, dass ich eine psychologische Störung hätte und deshalb den Kontakt zu ihr abgebrochen habe. Das wird in meinem Freundeskreis ohne jeglichen Skrupel herumerzählt…

      Ich habe keine Ahnung was noch alles auf mich zukommt, und verbleibe im Moment im „nichts sagen, nichts hören, nichts sehen“ Modus und hoffe da irgendwie heil rauszukommen.
      Noch nie hatte ich eine solche Freundschaft und so unreflektiert vertraut. Es ist der wahnsinn wie man sich auf diese Menschen einlässt. Geblendet von vorne bis hinten bekommt man eine Gehirnwäsche vom feinsten.

      Nun- im Moment weiß mein ganzes Umfeld, dass SIE unglaublich leidet, und ich dafür zuständig bin –
      und dass sie mich braucht und ich SIE so egoistisch hängen lasse…(und ich natürlich einen außerordentlichen Dachschaden habe)

      Deckungsgleich mit der Variante die ich mir anhörte über ihre ehemalige beste Freundin XY – mir graut heute noch wie sie sich über XY bei mir ausheulte, mir jedes dreckige Detail erzählte, geheime Emails lesen lies – und wie leid sie mir dabei tat. – tja….

      Tolle Freundschaft…

      Ich bin durch…..
      ….und da darf SIE sich echt was darauf einbilden, – denn meine Schüssel ist normalerweise ziemlich bruchresistent. Da braucht es schon viel…..
      Sorry, für den Haufen Text, …
      ich wünsche Euch allen viel Kraft. Jeden einzelnen der in dieser Misere steckt. Nicht auszudenken, wenn es sich hierbei um einen Ehepartner handelt und Kinder involviert sind. Das muss wirklich die Hölle sein.

      Diese Menschen vertragen keine Kritik, noch sind sie fähig zur Reflexion und Verzeihen- ja um Gottes Willen- geht ja überhaupt nicht. Vergeltung ist das Wort- Vergeltung.

      Passt gut auf Euch auf!!

      Lg

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  4. Ich kann das Gefühl, nachdem ich nun schon seit Stunden in diesem Blog lese, gar nicht beschreiben. Am gestrigen potentiell 10. Jahrestag mit meinem ehemaligen Partner war ich noch ein weinendes Wrack und fragte mich ernsthaft, wie man jemanden, der einem so weh getan hat, nur ernsthaft selbst nach fast 1,5 Jahren noch vermissen kann. Plötzlich kamen mir die Begrifflichkeiten „emotionale Abhängigkeit“ in den Sinn, denn das trifft es am ehesten. Dann ging die Recherche los und letztlich bin ich heute hier gelandet. Ich habe mir nahezu alle Einträge in ein gesondertes Dokument kopiert, um das mit meiner Therapeutin zu besprechen. Ich bin sprachlos, denn ich finde mich in allem, wirklich allem hier wieder, beziehungsweise kann lesen, was eine toxische Beziehung ausmacht. Jetzt weiß ich: ich habe eine solche geführt. Nein, über Schuldgefühle und Scham bin ich noch lange nicht hinweg. Ich frage mich immer und immer wieder: Weshalb konnte ich mich selbst nach fast 9 Jahren der Demütigung und Zermürbung nur nicht aus dieser Beziehung befreien? Ich bin bis jetzt davon überzeugt, dass es (einseitige) Liebe war. Und ich habe es einfach nicht gesehen.
    Jetzt hat er mir in der vergangenen Woche auf die möglichst wenig empathischste Art gesagt, dass er eine neue Frau kennengelernt hat. Das Gefühl danach war tatsächlich von einer gewissen Erleichterung geprägt, denn das ist meine Chance des Loslassens. Natürlich lässt mich das Gedankenkarussell derzeit kaum aussteigen, aber nachdem ich diesen ganz großartigen Blog gefunden habe (der meiner Geschichte eine Überschrift gibt), verspüre ich wieder einen Funken Zuversicht. Ganz herzlichen Dank dafür!
    Gern würde ich das Ebook kaufen, allerdings besitze ich keinen Kindle. Gibt es weitere Dateiformate oder Möglichkeiten, das Buch zu lesen?

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    • Wenn Sie es 9 Jahre geschafft haben, waren Sie eine sehr starke Persönlichkeit. Diese ist immer noch in Ihnen und wird nie verloren gehen. Lernen Sie daraus und bringen ihre alte starke Persönlichkeit nach oben. Wer 9 Jahre in so einer Beziehung schafft, kann alles schaffen.

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  5. Hallo Robby,

    auch ich bin relativ frisch aus einer Beziehung, ja sogar einer Ehe mit einem Narzissten nach einem sehr heftigen Leidensweg ausgestiegen. Getoppt hat dieser Mann dann seinen Missbrauch noch mit Gewaltanwendung…wo er doch sonst so ein unglaublich „friedliebender Mensch“ ist. Ich habe ihn nach dem fünften Übergriff angezeigt. Der Polizei-Beamte hat mich noch dazu genötigt, diese Anzeige „unbedingt durchzuziehen“, und nach dem Verhör meines Noch-Ehemannes kam dann das Schreiben der Staatsanwaltschaft mit einem Text, der eindeutig verlauten ließ, daß er die Aussage so gedreht hat, daß es quasi Notwehr war, er sich gegen mich verteidigen musste…ich hätte ihn gereizt. Ein Hoch auf die deutsche Rechtsprechung :/.

    Ich bin nach dem desaströsen Ende erst mal nach Südfrankreich abgehauen und jetzt seit über zwei Monaten zurück. Jetzt beginnt für mich die Aufarbeitung und die Recherchen. So bin ich auch über andere Seiten auf Deinem Blog gelandet und lese die Sätze mit dem Gefühl: jau…so geht es mir und so ging es mir.

    Ich blogge selbst seit langen Monaten immer wieder zum Thema als Betroffene…die sich natürlich auch fragt: warum? An mangelndem Selbstbewusstsein liegt es bei mir nicht; das war wohl eher die „Kampf-Ansage“ an „meinen“ Narzissten, Vollgas zu geben, um mich unterdrücken zu können. Dazu bin ich Empathin und Heilerin, das macht es natürlich dann irgendwo zu einer Co-Geschichte.

    Ich werde noch weiter bei Dir lesen, vielen Dank für Deine Artikel!

    Herzlichst,

    Heike

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  6. Liebe Heike,

    würdest du hier den Link zu deinem Blog veröffentlichen? Als Betroffenen bin ich immer wieder froh über Austausch und Erfahrungsberichte.

    Danke und alles, alles Liebe für dich,
    Nicole

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  7. Bin sehr sehr dankbar für diesen so informativen und fundierten Blog. Lange Zeit gab es so etwas nur im amerikanischen Sprachraum und war meine Rettung zu Überleben. Danke für die viele Mühe alles so kompetent darzustellen.
    Ich selbst habe mehr als zwei Jahre lang in einer destruktiven, überwiegend sexuell gehaltenen Aussenbeziehung zu einem narzisstisch gestörten Mann gelebt und noch immer habe ich Mühe mich daraus zu lösen.
    Seit Sommer 2016 verarbeite ich aber meine Erlebnisse in einem Literarisch gehaltenen Blog. Er heißt „Barfuss auf zerbrochenem Glas“ / http://www.loverslost.de
    Das Darüber-Schreiben ist mein persönlicher Weg. Gerne werde ich auf diese Website verlinken wenn das ok ist?
    Allen alles Gute! U.

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  8. Ich würde auch gerne einiges erzählen. Ich habe es 4,5 Jahre erleben müssen. Er hat eine antisoziale Persönlichkeitstörung. Ich konnte mich nicht lösen, bis ich abserviert wurde. Es war grauenvoll.

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  9. Am Anfang schien alles perfekt. Mein Retter in der Not. Ich wusste von seiner kriminellen Vergangenheit und den Drogen. Trotzdem ließ ich mich auf die Beziehung ein. Er war charmant, bemüht und machte sich Sorgen um mein Wohlergehen. Einige Wochen später zeigte er sein wahres Gesicht. Krankhafte Eifersucht und Kontrollanrufe zu jeder Tageszeit. Ich entdeckte bei ihm zu Hause einen Zettel mit allen Namen meiner männlichen Arbeitskollegen. Als ich ihn darauf ansprach, meinte er, er braucht die Namen.
    Er müsse wissen, wer alles um mich herum arbeitet. Falls mir jemand zu Nahe kommen würde, wäre der jenige „dran“. Er heckte sich in meine Facebook Seite rein, während ich mit meiner Freundin schrieb. Er kontrollierte mein Handy. Wenn ich rebellierte, drohte er mir, er würde alles kaputt schlagen. Wenn wir unterwegs waren und mich jemand anschaute, bekam er Herzrasen und er wurde dabei Kreidebleich. Es kam auch vor, dass er den Leuten drohte oder er meinte zu mir, er müsse jemanden töten……Warum ich mir das gefallen lies? Ich liebte ihn, er hatte auch eine fürsorgliche Art. Ich war bereits abhängig, ich hatte das Gefühl, ich würde sterben ohne ihn. Das war leider nicht alles. Zucker und Peitsche beherrschten diese Beziehung. Ich möchte gerne noch mehr erzählen. Ich will nicht, dass jemand meinen Namen entdeckt. Ich setze ein anderes mal fort……

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